Sichere schmerzfreie Analfistel-Operation

Was ist die FAPP-Methode (Fistula Ablative Plastic Procedure)?

Die von uns 2009 entwickelte minimal invasive Operation erlaubt es, die Analfisteln zu verschließen, ohne große chirurgische Wunden zu erzeugen und ohne den Schließmuskel zu gefährden. Dabei wird eine dünne zirkuläre Gewebeschicht um die Fistel mit einem speziellen Gerät abpräpariert (Abb. 2), dann der letzte (fast immer mit dem Epithel ausgekleidete) Fistelwandabschnitt in den Darm umgestülpt, so dass das Epithel sich nicht mehr im Fistelkanal, sondern im Darm befindet.

Der umgestülpte Zylinder wird hier als plastisches Material zum dichten und spannungsfreien Verschluss der inneren Fistelöffnung verwendet. An der Stelle der Hautöffnung bleibt eine ca. 7 mm große Hautwunde. Sie wird entweder mit speziellem Kleber versiegelt oder durch eine Naht verschlossen (Abb. 3) und oft mit einem dünnen Silikonschlauch drainiert. Die endgültige Heilung erfolgt in wenigen Wochen. Die Patienten haben in der Zeit keine oder sehr geringe Schmerzen und können sich frei bewegen. Schmerzmittel werden so gut wie nie gebraucht. Abhängig vom Beruf beträgt die Arbeitsunfähigkeitszeit eine bis drei Wochen.

Abb. 1
Transsphinktäre Fistel
Abb. 2
Fistelwand abgetragen,
Drüsenepithel abpräpariert
Abb. 3
Drüsenepithel umgestülpt,
beide Fistelöffnungen verschlossen,
Wundkanal verklebt
Abb. 1 Abb. 2 Abb. 3

Welche Vorteile hat die FAPP-Methode?

  • Die Methode kann sowohl bei oberflächlichen als auch bei tiefen, durch den Schließmuskel oder hinter ihm verlaufenden Fisteln angewandt werden.
  • Keine Schmerzen nach der Operation, auch nicht beim Stuhlgang
  • Patienten können sich wenige Stunden nach dem Eingriff bewegen und normal essen
  • Das Anlegen eines künstlichen Darmausgangs vor der Operation ist nicht erforderlich
  • Es sind keine Komplikationen (wie z.B. Schließmuskelverletzungen) bekannt
  • Die Nachbehandlung ist einfach und erfordert keinen Zeitaufwand
  • Der Eingriff ist mit einer nur sehr kurzen Arbeitsunfähigkeit verbunden

Kann eine rektovaginale Fistel durch die FAPP-Methode beseitigt werden?

Auch rektovaginale Fisteln lassen sich durch FAPP ohne große Wunden und ohne Gefahr für den Schließmuskel verschließen.

Wie lange dauert die Behandlung?

Die Operation selbst dauert eine bis eineinhalb Stunden. Am nächsten oder übernächsten Tag können unsere Patienten (auch wenn sie nicht in Berlin wohnen) völlig unproblematisch mit jedem Verkehrsmittel nach Hause zurückkehren.

Bleiben die Patienten auch nach der Operation im Kontakt mit dem Chirurgen?

Alle Patienten melden sich, sobald sie wieder zu Hause sind, dann in ca. dreitägigen Abständen – bis zur endgültigen Genesung. Der Verlauf wird also vom Chirurgen ständig kontrolliert.

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Von den privaten Kassen werden normalerweise sämtliche Behandlungskosten übernommen. Die gesetzlichen Kassen übernehmen oft die Krankenhauskosten. Die ärztlichen Honorare für Operation und Narkose werden von Patienten privat getragen. Das liegt nicht an der OP-Methode, sondern daran, dass der Chirurg kein Kassenarzt ist.